Der kleine Fischerort Gyórgv ist der nördlichste Ort auf Eysturoy. Die bunten Häuser gruppieren sich um den spektakulären Naturhafen am Dalavegur, einem Gebirgsbach, der hier in den Atlantik mündet. Das Dorf ist eingebettet in eine imposante Bergwelt. Der Naturhafen, seine Lage und sein Charme machen den Ort zu einem Must-See der Färöer.
Gyógv verströmt seinem rauhen Charme und besticht bei jedem Blick mit seiner Anziehungskraft. Die bunten Häuser stehen eng beieinander, fast wie eine Herde Schafe, die eng aneinander geschmiegt, sich Wärme und Schutz vor dem Wetter geben. Einige der Häuser sind mit Torfdächern geschützt.
Der natürliche Hafen von Gjógv. Eine rund 200 Meter lange Landzunge schützt die Boote vom Frühjahr bis in den späten Herbst vor dem Atlantik. Im Winter, wenn die brachialen Wellen der tobenden Winterstürme ans Land brechen, bietet der Hafen keinen Schutz mehr. Die Boote werden während dieser Zeit auf Schienen mit einer Seilwinde nach oben gezogen und in den Bootshäusern festgezurrt.
Sehenswürdigkeiten Gyógv: Wohnhäuser mit traditionellen Torfdächern - Angebot traditioneller Wollstricksachen als Andenken.
Im 16. Jahrhundert wurde Gyógv erstmals erwähnt. Gegründet wurde der malerische Fischerort wahrscheinlich von Bewohnern von Funningur. Noch heute sind einige der Häuser sind traditionell mit Torfdächer bedeckt. Sie sind ein Ausdruck der Verbundenheit der Färöer mit ihren Traditionen und ihrem kulturellem Erbe. Die Dachkonstruktion besteht aus mehreren Schichten, die mit Torf bedeckt sind, oft über einem Holzrahmen bei älteren, bei neueren Gebäuden über einem Betonrahmen. Der Rahmen verleiht dem Dach die notwendige Stabilität. Wie Gräser auf den Dächern werden laufend gepflegt und mit Torfmaterial gedüngt, damit keine Lücken entstehend.
Funfact: Je nach Standort und Neigung des Daches werden Schafe auf die Dächer gestellt, um als 'natürliche Rasenmäher' die Gräser zu stutzen.
Die weiß gestrichene Kirche mit ihrem grünen Kirchendach wurde 1929 eingeweiht. Die Einweihung der Kirche wurde in der färöischen Sprache abgehalten, was der erste Gottesdienst in der Landessprache war. Die Kirche ist lediglich für die Gottesdienste geöffnet. Vielleicht hast Du aber auch Glück und trittst zur Kirche, wenn sie aus einem anderen Grund kurz geöffnet ist. So zumindest ging es mir. Die Kirche ist bewusst schlicht gehalten. Ein Votivschiff hängt von der Decke, eine schnörkellose Holzkanzel und Holzbänke stehen im Kirchenschiff. Als einziger Schmuck hängt ein Altarbild an der Wand. Das Gemälde stammt von Niels Andreas Kruse (1871 - 1953), einem Maler aus Eiði, einem der ersten bekannten Maler der Inseln. Das Bild zeigt Jesus wie er über den See Genezareth geht. Kruse hat die Umgebung jedoch frei interpretiert. Sie erinnert weniger an den Genezareth als viel mehr an die Färöer Inseln. Funfact: Die Holzbänke sind mit unterschiedlichen Farben bemalt, die eine Reihe rötlich, die andere bräunlich. Die rötliche Reihe ist für die Frauen, die bräunliche für die männlichen Kirchenbesucher bestimmt.
Gleich gegenüber der Kirche wirst Du eine Bronzestatue sehen. Die Statue zeigt drei sitzende Männer. Das Seemannsdenkmal erinnert an die vielen tragischen Unglücke auf hoher See, bei der die Mannschaft ihr Leben verlor. Das Werk stammt von Fridtjof Joensen (1920 - 1988), einem Färöer Bildhauer. Ein Teil seiner Werke ist in verschiedenen Ortschaften auf den unterschiedlichen Inseln zu finden. Sie thematisieren oft das Schicksal der Seeleute.

Das Panorama, das sich von Gyógv aus auf die Insel Kalsoy bietet, ist atemberaubend. Die 18 Kilometer und lediglich einen Kilometer breite Insel besteht aus einem einzigen Bergrücken, der steil aus dem Meer heraus ragt.
Auf Kalsoy leben in den vier Dörfern im nördlichen Teil lediglich rund 100 Einwohner. Funfact: Berühmt wurde die Insel 2021 durch den James-Bond-Thriller «Keine Zeit zu sterben». Eine der Schlüsselszenen spielt am Leuchtturm der Insel. Ein wirklich Blockbuster-würdiger Drehort mit einer fesselnden Aussicht. Eine Wanderroute führt zur Location.
Tipp: Die Insel ist ebenfalls bekannt für die größte Kolonie von Dreizehenmöwen. Die Möwenart brütet im Norden Europas. Die südlichsten Brutplätze finden sich auf Helgoland und im Norden Dänemarks. Sie brüten in der Regel an den Felsküsten, aber auch auf Hausdächern. Die Dreizehenmöwen gelten weltweit als gefährdet, weshalb dem Schutz ein großer Wert beigemessen wird.
Gjógv liegt am nördlichen Ende der Insel Eysturoy, der zweitgrößten Insel der Färöer.
Der kleine Fischerort zählt rund 50 Einwohner.