Du wirst sie in dein Herz schließen, die 18 kleinen Inseln, mitten im Atlantik. Was sie - abgesehen von ihrer Lage - ausmacht, findest Du hier: Ein Überblick über die beste Reisezeit, was Du beachten solltest bis hin zu den Leidenschaften der Inselbewohner. Viel Spaß!

Die beste Reisezeit für die Färöer ist eindeutig zwischen Mai und September, vorab die zweite Juni-Hälfte, Juli und die erste August-Hälfte. Die Tage sind während dieser Zeit angenehm lange und die Temperaturen etwas höher als während den anderen Monaten. Die Temperaturen schwanken das ganze Jahr über allerdings eher gering. So sind die Tageshöchsttemperaturen während dem 'Hochsommer' mit durchschnittlich 13° nicht maßgeblich höher als während Dezember, dem kältesten Monat, mit durchschnittlich 5° Tagestemperatur.
Der Hauptunterschied machen sicherlich die weiteren Wetterbedingungen wie Wind und Regen sowie die gefühlte Temperatur aufgrund des Sonnenlichts aus. Von Mai bis August regnet es im langjährigen Durchschnitt rund an 13 Tagen, von Oktober bis März an durchschnittlich mehr als 20 Tagen. Die langjährig regenreichsten Monate sind Oktober (177 mm Niederschlag) und Dezember (171 mm), während Mai (72 mm) und Juli (67 mm) etwas weniger als die Hälfte Regen abbekommen.
Die Sonnenscheindauer ist aufgrund der vielen Wetterumschwünge auch während den Sommermonaten eher gering. Von April bis Juli beträgt der langjährige Durchschnitt gerade mal 4 Stunden, im Dezember sogar weniger als eine Stunde pro Tag. Während den übrigen Monaten scheint die Sonne im Durchschnitt zwischen 1 und 3 Stunden.

Flüge nach Vágar
Von neun Flughäfen können Direktflüge nach Vága Floghavn (FAE) gebucht werden. Die Flüge werden von SAS Scandinavian Airlines, Atlantic Airways und Widerøe durchgeführt. Widerøe's Flyveselskap ist eine norwegische Regionalfluggesellschaft mit Basis auf dem Flughafen in Bodø (Norwegen). Am Flughafen kannst Du ein Auto mieten. Die Fahrzeit bis Tørshavn beträgt rund 40 Minuten.
Aufgrund des wechselhaften Wetters und den stürmischen Winden können sich die Flugzeiten massgeblich verschieben. Eine Verschiebung um eine oder zwei Stunden heisst nicht, dass der Flug dann auch wirklich durchgeführt werden kann. Meine Empfehlung: Das emsige Treiben auf dem Flughafen auf sich wirken lassen und so gut als möglich entspannen.
Fähre von Hirtshals
Die Smyril Line fährt zwei Mal wöchentlich während dem Sommer und einmal wöchentlich während der restlichen Zeit von Hirtshals (Dänemark) nach Tórshavn. Die Fähre MS Norrøna fährt Tórshavn direkt an und führt danach weiter nach Island. Die Fahrt dauert rund 36 Stunden. Es werden unterschiedliche Kabinenkategorien angeboten, von preisgünstig bis luxuriös.
Die Fähren legen im Sommer jeweils am Dienstag und Samstag in Hirtshals und jeweils am Freitag und Sonntag in Tórshavn ab. Während der übrigen Jahreszeit legt die Fähre jeweils am Sonntag in Hirtshals und am Freitag in Tórshavn ab.
Die schmalen Straßen mit den weißen Markierungen entlang der Seiten sind für mich die heimlichen Stars der Inseln. Sie führen kurvenreich durch das unebene Gelände und führen von einer atemberaubenden Sehenswürdigkeit zur nächsten.
Aber Achtung: Fahre in einem angemessenen Tempo und behalte den Blick auf die Straße, egal wie fesselnd der Ausblick auch sein mag. Neugierige Schafe oder eine unbedarft vor sich hin watschelnde Gänseschar können überall überraschend rasch auf der Straße sein und eine Kollision verursachen. Nicht von schlechten Eltern sind auch die Abhänge an denen die faszinierenden Panoramastrecken entlang führen. Ein Stopp mehr kann dein Leben retten. Besondere Vorsicht gilt es zu geben, wenn die Straße wegen Starkregen rutschig oder die Sicht aufgrund dichtem Nebel stark eingeschränkt ist.
Die Straßen führen oft den Küsten entlang. Entsprechend weit sind die Wege von einem zum nächsten Ort. Lass dich also nicht überraschen, wenn die tatsächlich benötigte Wegzeit maßgeblich von der Zeit abweicht, die die Luftlinie zweier Orte vermuten ließ.
Maut
Auf den Färöer Inseln sind lediglich für drei Unterwassertunnels Maut zu bezahlen: den Vágatunnilin (Flughafeninsel Vágar - Insel Streymoy mit Tórshavn), den Norðoyatunnilin (Verbindung der Inseln Eysturoy und Borðoy) und den Eysturoyatunnilin (Verbindung der Inseln Streymoy und Eysturoy). Der Eysturoyatunnilin ist übrigens weltweit der einzige Tunnel mit einem Unterwassere-Kreisverkehr.
Die Gebühr kannst Du direkt nach der Durchfahrt an der nächsten Tankstelle bezahlen. Wenn Du einen Mietwagen fährst, so erfolgt die Abrechnung für gewöhnlich durch den Mietwagenverleiher. Am besten Du fragst ihn bei der Wagenübernahme über die Abwicklung. Falls Du längere Zeit auf den Inseln bleiben möchtest, so kannst Du dein Fahrzeug auch online registrieren. Die Gebühren werden dir dann elektronisch in Rechnung gestellt.
Funfact: Die Unterwassertunnel wurden durch norwegische Ingenieure geplant und umgesetzt. Sie gelten weltweit als die führenden Experten im Bau der Tunnel. Wer schon mal einen Roadtrip durch Norwegen gemacht hat und die Vielzahl an (Unterwasser-)Tunnels erlebt hat, kann nur beipflichten.
Fähren und Hubschrauber
Unterwassertunnels sind wenig überraschend sehr teuer, weshalb sie sich nur für wenige Inselverbindungen rechnen. Bei den übrigen Verbindungen
werden unverändert Fähren eingesetzt. In Ausnahmefällen kommen sogar Hubschrauber zur Anwendung. Die Kosten der Flüge sind zwar verhältnismäßig hoch, auf das gesamte Jahr berechnet trotzdem
die maßgeblich günstigste Variante.
In diesem Bezug haben die Färöer kein Gehör: Hunde und andere Haustiere dürfen auf die Inseln nicht mitgenommen werden. Auch bei einem Zwischenhalt auf einer der Fährverbindungen von Hirtshals nach Island dürfen die Vierbeiner nicht mit an Land.
Selbst für Bewohner der Inseln gelten strikte Bestimmungen. Die Färöer kennen klare Regeln, was das Halten von Hunden betrifft. So müssen Hunde, die für Menschen und andere Tiere gefährlich sind, durch die Besitzer eingeschläfert werden. Hunde dürfen ausschließlich für das Halten von Schafen und Rinder gehalten werden. Die Bestimmungen gehen auf den Hundabrævið, den Hundebrief, zurück. Der Hundabrævið wurde zwischen 1350 und 1400 geschrieben und ist ein Anhang des Schafsbrief, dem wichtigsten Dokument der Inseln. Er regelte verschiedene Gesetzesbestimmungen, die zum Teil heute noch Gültigkeit haben.
Sobald Du auf den Inseln bist, wirst Du rasch bemerken: Die Frage, wie das Wetter morgen sein wird, erübrigt sich. Es wechselt derart oft, dass Du am besten immer einen geeigneten Regenschutz dabei hast, bei Sonne die Kleidung aber auch wieder ausziehen kannst, die Du nicht benötigst.
Tipp: Vergiss den Regenschirm. Regen ist in den meisten Fällen von starkem Wind begleitet. Das hält kein Regenschirm lange aus.
Achtung: Wenn Du wandern gehst, musst Du dir bewusst sein, wo Du dich befindest: Auf einer kleinen Insel mitten im Atlantik. Wetterumschwünge von Sonne zu Starkregen oder dichtem Nebel sind die Regel, nicht die Ausnahme. Rüste dich entsprechend vor dem Aufbruch aus.
Die Färöer führen eine eigene Währung, die Färöische Krone. Die Krone ist in 100 Oyrur unterteilt. Der Wechselkurs zur Dänischen Krone (DKK) ist 1:1. Einen Währungscode wurde für die Färöer Krone nicht geschaffen. Mit Ausnahme von den Färöer Inseln kann die Währung nirgends genutzt werden, auch nicht in Dänemark oder Grönland.
Aus Kostengründen werden nur Noten gedruckt. Als Münzen werden ausschließlich die dänische Kronen-Münzen genutzt. Die Herstellung der geprägten Münzen wäre schlicht zu teuer.
Funfact: Die sich im Umlauf befindlichen Färöischen Kronen entsprechen exakt dem Wert, den die färöische Landesregierung an die dänische Notenbank einbezahlt hat. Die Notenbank druckt im Auftrag der färöischen Regierung die Noten im Gegenwert des einbezahlten Geldes und verschifft die Noten nach Tórshavn, wo sie gesichert eingelagert werden, bis sie von der Bevölkerung oder den Touristen bezogen werden.
Noch ein Funfact: Die Aquarelle auf der Rückseite der Noten stammen alle von Zacharias Heinesen. Heinesen ist ein färöischer Maler. Er wurde 1936 in Tórshavn geboren und gilt als zentrale Gestalt der färöischen Malerei. Neben den Banknoten, hat Heinesen verschiedene Briefmarken gestaltet. In der Dänischen Kirche in Husum (Nordfriesland) stammt das Altarbild ebenfalls von ihm.
Die Eigenart und Abgeschiedenheit der Inseln zeigen sich nicht nur, aber auch beim Essen. Es ist gewöhnungsbedürftig, weil ungewohnt. Die Küche stützt sich wenig überraschend auf Lammfleisch und Fisch, der in der Regel luftgetrocknet und fermentiert wurde. Typische Gerichte sind auch Blóðpylsa (Blutwurst) und Garnatálg (Darmfett).
Die wichtigsten Gemüse, die auf den Inseln angebaut werden, sind Kartoffeln, Kohlrüben und Karotten. Aufgrund der klimatischen Bedingungen und dem wenig für den Anbau geeigneten Boden sind die geernteten Mengen stark begrenzt.
Wenn Du Wal probieren möchtest, so kannst Du «Grind» ausprobieren, wenn Du luftgetrockneten Robbenspeck schmecken möchtest, so verlange nach «Spik». Neben Kabeljau - also Dorsch - gehört auch Lachs zu den Fischspezialitäten der Inseln.
Tipp: In Tórshavn finden sich Gastronomiebetriebe, die dem Geschmack der Touristen näher kommen und auch vegane Speisen auf ihrer Karte führen.
Keine Chance: Die färöische Sprache ist definitiv eine Sprache mit sieben Siegeln. Und: Ohne eine eingehende Erklärung wie die einzelnen Zeichen ausgesprochen werden, wirst Du die geschriebenen Ortsbezeichnungen nicht wiedererkennen, wenn sie ein Färöer ausspricht.
Die Färöer Sprache stammt vom Altnorwegischen ab, so wie sie zur Wikingerzeit gesprochen wurde. Sie hat kaum Parallelen zur deutschen Sprache - nicht wie die drei skandinavischen Sprachen der Dänen, Schweden oder Norweger. Zudem: Aufgrund ihrer Abgeschiedenheit mitten im Meer hat die Sprache während den vergangenen rund 1000 Jahren kaum eine Veränderung erlebt. Das Altnorwegisch, auf dem die Färöer Sprache basiert, ist in Norwegen ausgestorben.
Das älteste Schriftstück ist der «Seyðabrævið», der Schafsbrief, ein Gesetzestext, aufgesetzt vom norwegischen König Håkon V. im Jahr 1298. Zwei Exemplare befinden sich im Färöischen
Nationalarchiv in Tórshavn und in der Universitätsbibliothek im südschwedischen Lund.
Tipp: Leider ist die Sprache nicht auf Google Translator verfügbar. Aber die Färöer wären nicht die Färöer, wüssten sie daraus keine Tugend zu schaffen. Sie haben kurzerhand
ihren eigenen Google Translator geschaffen. Sie haben begonnen, einzelne Wörter und ganze Sätze zu übersetzen. Einwohner sprechen die Übersetzungen charmant in einem Video vor, so dass eine
Verständigung einfach möglich ist. Auf der Webseite Faroe Islands
Translate findest Du die nützlichen, ausgefallenen und pfiffigen Übersetzungen. Viel Spaß!
Wie mittlerweile überall auf der Welt können auch auf den Färöer die üblichen Souvenirs wie Schlüsselanhänger oder Magnete mit Aufdrucke gekauft werden. Typische Andenken sind in erster Linie jedoch Stricksachen: Pullover, Mützen, Handschuhe bis hin zu modischen Kleider.
Die Pullover sind leichter als die bekannten Norweger-Pullis, manche von ihnen mit farblich abgesetzten Muster. Auch die Muster sind einfacher gehalten, als das bei Norweger-Pullis der Fall ist. Die Wolle der Färöer Schafe ist angenehm zu tragen und geben toll warm, trotz der leichteren Dicke der Pullis.
Shops fndest Du wie gewohnt am Flughafen, in der Hauptstadt Tórshavn, aber auch in manchen der kleinen Dörfer.

Am 29. Juli feiern die Färöer ihren Nationalfeiertag, den «Olavsøka». Es ist das größte Volksfest der Insel, an dem tausende Färöer teilnehmen. Der Tag ist nach dem norwegischen König Olav Haraldsson benannt, der am 29. Juli 1030 in der Schlacht von Stiklestad fiel. Er wurde nach seinem Tod als Märtyrer gefeiert und heilig gesprochen. Der Kult um seine Person breitete sich rasch in ganz Skandinavien aus, so auch auf den Färöer Inseln.
Die Färöer hissen zur Feier, wo immer eine Flaggenstange steht, die Nationalflagge und viele tragen die färöische Tracht. Den Tag hindurch versammeln sich die Teilnehmer im Tinganes-Quartier und gehen in einem Festtagsumzug gemeinsam zum Parlament, welches im Anschluss für das neue Parlamentsjahr eröffnet wird.
Abends finden die traditionellen Kettentänze statt. Am Ólavsøkufestival spielen färöische Musiker zeitgenössische Musik. Um Mitternacht treffen sich die Färöer schließlich zum Abschluss des Festes auf dem Marktplatz und singen rund eine Stunde lang alte Volkslieder.
Die Färöer Inseln sind eine autonome Region des Königreichs Dänemark, jedoch nicht von Dänemark selbst. Die Färöer sind aus diesem Grund nicht Mitglied der Europäischen Union. Sie unterliegen damit auch nicht den Auflagen der Europäischen Union betreffend der Fischerei. Ein zentraler Faktor für eine Volkswirtschaft, in der die Fischerei der wichtigste Wirtschaftszweig und einem Exportanteil von über 90% ausmacht.
Die Beziehung zu Dänemark ist ein gewichtiger Streitpunkt der färöischen Einwohner. Manche möchten sich lieber heute als erst morgen vollständig von Dänemark verabschieden, während andere darauf hinweisen, dass ein Überleben der Inseln von den dänischen Beiträgen abhängig sei.
Im 9. Jahrhundert wurden die Färöer Inseln durch Wikinger besiedelt. Forscher gehen davon aus, dass vor den Wikinger die Papar, christliche Mönche und Eremiten aus Irland und Schottland, die Inseln besiedelten. Ihr Ziel war es, in einer abgeschiedenen Umgebung ein asketisches und religiöses Leben zu führen.
Im 14. Jahrhundert wurden die Färöer von der dänischen Krone eingenommen. Mit der Übernahme erfolgte eine Übersiedlung dänischer Bürger auf die Inseln. Während dem Zweiten Weltkrieg wurden die Färöer durch Großbritannien militärisch geschützt. Das besetzte Dänemark konnte diese Rolle nicht mehr übernehmen. Gestärkt durch die zunehmende Autonomie zu Dänemark wurde 1948 ein Gesetz verabschiedet, welche die Färöer zu einer autonomen Region innerhalb des Königreichs Dänemarks erklärte und weitreichende Befugnisse in inneren Angelegenheiten übertrug. Seit 2005 sind die Färöer zusammen mit Dänemark und Grönland gleichberechtige Nationen innerhalb des dänischen Königreichs.
Funfact: Die Papar, schottisch-irischen Mönche, siedelten sich nicht nur auf den Färöer sondern auch in Island an. Auf meinen Reisen erzählten mir die Färöer, dass die Siedler auf Island ungeübte Seeleute gewesen seien, die zwar auf die Färöer übersiedeln wollten, aufgrund ihres Ungeschicks in der nautischen Navigation aber schlicht vorbei gesegelt seien. Die Isländer erwiderten mir auf diese Auslegung der Geschichte mit einem trockenen Schmunzeln, dass die Mönche, die die Färöer besiedelten, schlicht seekrank gewesen seien und auf der geplanten Überfahrt nach Island bereits auf den Färöer die Reise abbrechen mussten.
Die «Merkð», die färöische Flagge, ist für die Färöer ein wichtiges Symbol ihrer Identität. Wie hoch die Symbolkraft der Flagge ist, zeigt sich, dass die Färöer am 25. April den «Flaggadagur» feiern, den «Tag der Flagge», einen offiziellen Feiertag.
Ursprünglich wurde ein weißer Widder, das Wappentier der Färöer, für die ersten, noch inoffiziellen Flaggen im 19. Jahrhundert verwendet. Der weiße Widder, der für die Insel stand, wurde auf einem blauen Hintergrund abgebildet, welcher das Meer symbolisierte. Umrahmt wurde die Darstellung von einem breiten roten Rand.
Die drei Färöer Studenten Øssursson, Dahl und Lisberg entwarfen auf einem weißen Bettlaken 1919 während ihrem Studium in Kopenhagen die heutige Flagge. Sie ließen sich von den skandinavischen Flaggen inspirieren und übernahmen die Masse der norwegischen Flagge.
Bei der Wahl der Farben orientierten sich sich an der früheren Widder-Flagge. Am 22. Juni 1919 hissten sie die Flagge zum ersten Mal auf den Färöer Inseln, in Fámjin, dem Geburtsort von Lisberg. Am 25. April 1940 wurde die Flagge offiziell eingeführt und löste damit den dänischen Dannebrog als offizielle Fahne ab. Tipp: Die Originalfahne kann in der Kirche von Fámjin auf der Insel Suðuroy angesehen werden.

Das man von den Schafsinseln spricht, wenn man die Färöer meint, kommt nicht von ungefähr, schließlich bedeutet die Übersetzung der landeseigenen Landesbezeichnung «Føroyar» nichts anderes als «Schafsinseln».
Die Färöer bestehen aus insgesamt 18 Inseln, wovon lediglich Lítla Dímun, die kleinste Insel, nicht dauerhaft bewohnt ist. Insgesamt leben etwas mehr als 54'000 Personen auf den Inseln. Die Bezeichnung Schafsinseln ist also durchaus berechtigt. Immerhin leben 70'000 - 80'000 Schafe auf den Inseln, einige mehr als Einwohner.
Das Halten der Schafe ist ein zentraler Teil der Färöer Kultur. Die Schafe sind äußerst robust und haben sich ideal dem harten Leben mitten im Atlantik angepasst. Das dichte Fell reicht von weiß über braun und schwarz, oft auch eine Mischung von weiß und schwarz.
Funfact: Wie bereits bei der Sprache, bei der die Färöer kurzerhand eine eigene Version der fehlenden Google Translation auf die Beine stellten, machten die Färöer auch aus dem Fehlen eines Google Street-View-Angebotes eine Tugend und setzten Schafen eine Videokamera auf den Rücken. «Sheep View» tauften sie das Projekt und übertragen atemberaubende Aufnahme vom Rücken der Tiere direkt zu dir nach Hause.
Zu meiner großen Überraschung ist nicht das Schaf oder zumindest der putzige Papageientaucher das Nationaltier, sondern der Austernfischer. Der Grund ist das Lied «Fuglakvæði» des färöischen Nationalhelden Nólsoyar Páll aus dem 19. Jahrhundert, das den Austernfischer besang.
Im Lied steht der Vogel symbolisch für das Streben der Färöer nach Unabhängigkeit. Der Vogel ist bekannt dafür, andere Tiere bei Gefahr zu warnen und sein Revier heldenhaft zu beschützen. Seit jeher signalisiert der kräftige Ruf des Vogels, das nahe Ende des Winters und damit den Aufbruch zu neuem Leben.
Das Klima auf den Färöer mit kräftigem und stetem Wind, der salzhaltigen Luft und den das ganze Jahr herrschenden kühlen Temperaturen hindert es, dass Bäume und Nadelhölzer auf den Färöer gedeihen. Verstärkt werden die klimatischen Bedingungen durch eine dünne Bodendecke, die wenig Halt und Nahrung bietet.
Wer Bäume sucht, muss nach Tórshavn fahren. In der Innenstadt finden sich einige, wunderschöne Laubbäume. Außerhalb der Innenstadt wird es schwierig. Die paar wenigen Versuche Laub- und Nadelbäume anzusetzen sind lediglich an windgeschützten Orten bei einzelnen Dörfer von einem bescheidenen Erfolg gekrönt. Funfact: Nicht, dass das Klima bereits eine genügend hohe Herausforderung für die Aufzucht von Bäumen wäre, so müssen sie zusätzlich eingezäunt werden, um nicht von den weidenden Schafen in Mitleidenschaft gezogen zu werden.
Die Vegetation auf den Inseln ist artenarm. Moose, Flechten, Gräser und krautige Pflanzen dominieren die Inseln.
Kettentanz: Video von Eileen Sandá.
Der Kettentanz stammt ursprünglich aus Frankreich und geht zurück bis ins tiefe Mittelalter. Der Tanz wird nur noch auf den Färöer gepflegt, hier aber richtig. Wenn du am Nationalfeiertag, dem Ólavsøka, dem Olavstag, spät in der Nacht durch Tórshavn gehst, dann wirst Du das gewaltige Stampfen der Tanzschritte und die monotonen Verse hören. Das ist der Moment, das Glück am Schopf zu packen und höflich zu fragen, ob Du eintreten und zuzusehen darfst.
Mitmachen wird schwierig, schon nur dem Text wegen. Weit über 100 Verse sind die Texte lang und handeln von Heldentaten und dem Schicksal der alten Nordmännern. Ein Dankeschön an Eileen Sandá, dass ich das Video nutzen darf.