Sehenswürdigkeiten Frutigen

Sehenswürdigkeiten Frutigen: Die Kirche, das Wahrzeichen des Berner Oberland-Dorfes Frutigen im Kandertal.

Sehenswürdigkeiten Frutigen: Die Dorfkirche ist das Wahrzeichen von Frutigen.

 

Die Sehenswürdigkeiten und die Naturschönheiten von Frutigen liegen außerhalb des Dorfkerns: Die alten, charaktervollen Wohnbauten, die Tellenburg, das Kanderviadukt, die Hängebrücke, die sportlichen Möglichkeiten, das Tropenhaus. Sie alle und einige mehr liegen gut verteilt auf dem weitläufigen Gebiet der Gemeinde. Frutigen will entdeckt werden. Während all den Jahren seit meiner Kindheit habe ich Frutigen als ein spannendes Dorf kennengelernt, das mit jedem Besuch etwas Neues von sich frei gab und gleichzeitig Ausgangspunkt zu eindrücklichen Sehenswürdigkeiten in der näheren Umgebung war und immer noch ist.

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Sehenswürdigkeiten Frutigen: Die reformierte Kirche vor den imposanten Alpengipeln.
Sehenswürdigkeiten Frutigen: Die reformierte Kirche ist eine der zwölf 1000-jährigen Thunerseekirchen.
Dorfkern Frutigen: Alte Kantonsstraße durch Frutigen in Richtung Adelboden, vorbei am Gasthaus Adler.
Dorfkern Frutigen

1827 wütete ein verheerender Brand im beschaulichen Dorfkern von Frutigen. Das Feuer brannte die alten Holzhäuser nieder und mit ihm das Lebenswerk der alten Bewohner und die Hoffnungen und Pläne der jungen Familien. Einzig die Kirche und eine Handvoll Häuser am Dorfrand überstanden den Brand.
 

Heute ist der Dorfkern von Frutigen funktional, geprägt von der Nüchternheit der frühen Jahre des Wiederaufbaus. Zweckbauten aus Stein säumen die alte Kantonsstraße, die nach Adelboden führt. Hier steht, was man braucht: Der Einzelhandel, die Bank, Gaststätten und der Bahnhof, die Verbindung zur großen Welt. Aber schon ein paar Gassen weiter, verwandelt sich das Dorfbild grundlegend: Die Betonbauten weichen den altehrwürdigen Holzchâlets, mit Wildblumen übersäten Magerwiesen, knorrigen Obstbäumen und Kühen, Schafen, Eseln und Hühnern. Hier ist Frutigen, was es ist: Ein malerischer Ort inmitten beeindruckender Alpfengipfel.

Sehenswürdigkeiten Frutigen: Die reformierte Kirche mit ihrem langgezogenen Kirchturmdach.
Reformierte Kirche

Etwas oberhalb des Dorfkerns steht die reformierte Dorfkirche. Sie ist das eigentliche Wahrzeichen von Frutigen. Stolz und erhaben steht sie in ihrer weißen Pracht, historisch und bescheiden zugleich. Die Kirche ist Teil der zwölf 1000-jährigen Thunersee-Kirchen. Sie wurde 1294 gebaut und dem Heiligen Martin geweiht. Die heutige Form stammt aus dem Jahr 1726. Nach einem Dorfbrand musste die Kirche wieder aufgebaut werden. 1809 wurde erstmals eine Orgel eingebaut, welche 1911 ersetzt wurde. 1952 wurde das Orgelwerk ersetzt. Eine Schleifladenorgel mit 25 Register auf zwei Manualen wurden in das alte Gehäuse eingebaut. Beim Umbau der Orgel 1973 vom Chor in die Westempore wurde die Orgel um drei weitere Register erweitert. Die Kirche ist die ganze Woche von 8:00 Uhr vormittags bis abends um 21:00 Uhr geöffnet. Sie kann durch einen Seiteneingang betreten werden.

Sehenswürdigkeiten Frutigen: Der historische Bahnhof, das heutige Besucherzentrum BLS Frutigen.
Besucherzentrum BLS

Einen Steinwurf entfernt vom heutigen Bahnhof steht der historische Bahnhof von Frutigen. Er war von 1901 bis 1913 die Endstation der Spiez-Frutigen-Bahn. Mit dem Bau des heutigen Bahnhofs 1913 wurde der historische Bahnhof geschlossen, bis er 100 Jahre später durch die Bahngesellschaft BLS renoviert und 2016 als Besucherzentrum wiedereröffnet wurde. Heute dient er als Ausgangs- und Schlusspunkt für Führungen in den Lötschberg-Basistunnel. Das Besucherzentrum ist von Dienstag bis Donnerstag jeweils von 08:30 bis 12:00 Uhr sowie von 13:00 bis 17:30 Uhr geöffnet. Eine Ausstellung gibt einen Einblick über die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft des Lötschberg-Basistunnels.

 

Ein Problem des Lötschberg-Basistunnels ist das bei Frutigen aus dem Tunnel austretende Wasser. Regen- und Schmelzwasser wird durch das Gestein der Felsen erwärmt und tritt schließlich rund 18° warm aus dem Tunnel. Viel zu warm für die einheimischen Fische. Aus der Not wurde eine Tugend gemacht, die schweizweit für Interesse sorgt: Das Tropenhaus Frutigen. Etwas unscheinbar steht es im Industriequartier. Der Campingplatz und das Sportzentrum liegen auf der anderen Seite der Kander. Was von außen wie ein industrieller Zweckbau aussieht, weiß von innen zu begeistern: Mehr als 170 tropische Pflanzen, verschiedenste Obstsorten und Gewürze können besichtigt werden. Mehr als zwei Tonnen - unter anderem an Bananen, Papaya und Kaffee  - werden jedes Jahr geerntet und im Shop und Restaurant verkauft. Verschiedene Pfade führen durch die Pflanzenwelt. Besonders spannend ist die Zucht des warmwasser-liebenden Störs. Der Fisch und sein Kaviar werden ebenfalls im Shop, im Restaurant und online verkauft. Tipp: Im Tropengarten kann nicht nur entdeckt und geschlemmt, sondern auch übernachtet werden. Wenn Du also magst, so kannst Du nach einem Spaziergang durch die Tropen, regionale Spezialitäten mit Stör und Kaviar aus der eigenen Zucht kredenzen und im Anschluss eine einmalige Tropennacht erleben - mitten in den Berner Alpen.

  

Quartier «Kanderbrück»

Sehenswürdigkeiten Frutigen: Historisches Wohnhaus an der Zufahrtsstraße zum Quartier «Kanderbrück».
Sehenswürdigkeiten Frutigen: Historisches Wohnhaus an der Zufahrtsstraße zum Quartier «Kanderbrück».

Kanderbrück ist zusammen mit dem Quartier oberhalb der Tellenburg für mich der schönste Dorfteil Frutigens. Altehrwürdige Holzchâlets mit weißen Grundmauern aus Stein und mächtigen Gibeldächern über den Holzwänden des Wohnteils, stehen eng beisammen. Der Ortsteil liegt unten am Fluss Kander, dem Namensgeber des Quartiers. Ein Wander- und Bikeweg führt der Kander entlang, mitten durch das beschauliche Quartier. Ein kleiner Verkaufsladen bietet regionale Lebensmittel an: von Alpkäse, über Eier, bis hin zu Wurstwaren. Etwas überraschend ist die kleine Kaffeerösterei: Simons Kaffee Rösterei bietet am Oeyweg in einer Glasvitrine frisch gerösteten Kaffee an. 

Tellenburg

Ein Hingucker und Abenteuerspielplatz ist die Sehenswürdigkeit Tellenburg. Ende des 12. Jahrhunderts wurde die Burg durch den Freiherrn von Kein erbaut, später zum Schloss ausgebaut und rund zweihundert Jahre später durch die Stadtberner Vögte bewohnt. Die Mauern und Ruinen erzählen von der bewegten Geschichte als Gefängnis, Gasthaus und als Armenanstalt. 1885 wurde die Burg in Brand gesteckt und erst viel später, 2019 durch den Verein Burgfreunde Tellenburg renoviert. Die Renovation ist ein voller Erfolg. Der Turm wurde wiederhergestellt. Wer schwindelfrei ist, kann auf einer Metalltreppe der Innenmauer entlang nach oben steigen und die Aussicht auf das Tal genießen.

Im Sommer 2022 wird ein zusätzlicher Meilenstein gesetzt: Das erste Tellenburg-Freilichtspiel ist vorgesehen. Die Aufführungen finden von anfangs Juli bis Mitte August statt. Das Stück heißt «Agnes von der Tellenburg», eine mittelalterliche Geschichte, die sich auf die Sage «Der Ritter von Brandis» von Jeremias Gotthelf stützt.

Der Weg vom Dorfzentrum zur Tellenburg führt durch einen besonders schönen Dorfteil. Malerische Châlets stehen in Magerwiesen, gesäumt von knorrigen Obstbäumen, prächtige Scheunen mit ihren wuchtigen Gibeldächern stehen entlang der Straßen. Der Weg ist ideal für einen kurzen Spaziergang. Um zur Tellenburg zu kommen, musst Du zum Schießstand und danach weiter der Straße entlang gehen. Ein herrlicher Weg durch ein kleines Wäldchen führt dich zur Burg. Auf dem Weg hast Du einen wunderbaren Blick durch das Kandertal und auf das Kanderviadukt, dem wohl meistfotografierten Sujet der gesamten Lötschberg-Eisenbahnstrecke. Das Viadukt wurde 1911 gebaut und ist knapp 30 m hoch. Am Fuß der Brücke steht ein jahrhunderte alter Stundenstein. Er zeigt an, dass es zu jener Zeit elf Stunden dauerte, bis man in Bern eintraf.

 

Hinkelstein
Hinkelstein

Die Geschichte vom Hinkelstein

Etwas erstaunt habe ich wohl schon ausgesehen, als ich den Hinkelstein auf dem Weg zur Tellenburg, mitten in Frutigen, gesehen habe. Stolz und erhaben steht der Stein an der Landstraße, neben ihm weht eine Schweizer Fahne. Ähnlich prachtvolle Menhire habe ich sonst nur in Carnac, in der Bretagne, gesehen.

 

Man habe den Stein hinter dem Haus gefunden, erzählte mir der Sohn des Hofbesitzers. Sie hätten ihn mit schwerem Gerät ausgegraben und an die heutige Stelle gesetzt. Es handle sich um einen Findling, welcher durch den Gletscher von Adelboden hierher transportiert und abgelegt wurde. 

Alpengipfel, das Kandertal und die Elsigen

Alpengipfel Frutigen: Gehrihorn (2130 m), Ärmighorn (2742 m)/Dündenhorn (3638 m), Elsigenhorn (2341 m) und Niesen (2362 m).

Alpfengipfel Frutigen: Gehrihorn (2130 m), Tschipparällehore (2397 m)/Steischlaghore (2320 m), Standhorn (2339 m) und Niesen (2362 m).

 

Die Wander-, Skitour- und Schneeschuhwander-Möglichkeiten rund um Frutigen sind fast unbegrenzt. Von einfachen bis hin zu sehr anspruchsvollen Varianten, welche nur mit lokalen Bergführer oder entsprechender alpinen Erfahrung begangen werden sollten. Skifahrer und Snowboader finden auf der Elsigenalp-Metsch verschiedene Skilifte, Langläufer weiter unten ihre Möglichkeiten. 

Einige Ausflugsziele in der näheren Umgebung im Kandertal und dem Aussichtsberg Niesen findest Du weiter unten in einer separaten Rubrik. Eine spannende Sehenswürdigkeit auf Frutiger Boden ist die Hängebrücke Hostalden. Die Brücke führt über den Fluss Engstligen. Sie ist etwas mehr als 150 m lang und rund 40 m hoch. Sie ist damit eine der längsten Hängebrücken Europas für Fußgänger. Die Brücke wurde 2006 gebaut. Eine Rundwanderung führt dich auf der einen Seite zur Brücke und auf der anderen Seite der Engstligen wieder zurück. Die Dauer der Wanderung beträgt rund 2 1/2 Stunden (rund 10 km). 

Video Sehenswürdigkeiten Frutigen

Sehenswürdigkeiten

- Reformierte Dorfkirche

- Quartier Kanderbrück

- Tropenhaus

- Tellenburg

- Kanderviadukt

 

- Führung Lötschberg-Basistunnel
  BLS Besucherzentrum, Obere Bahnhofstrasse 29

  (Historischer Bahnhof Frutigen)

- Hängebrücke Hohstalden

 


Aktivfreizeit

Sommer

- Baden/Schwimmen (Sportzentrum)

- Minigolf (Sportzentrum)

- Beachvolleyball (Sportzentrum)

- Kunstrasenfußball (Sportzentrum)

- Biken/Crossroad-Biking

- (Höhen-)Wanderungen

- Bergläufe

- Gleitschirmfliegen

- Fallschirmspringen

Winter

- Wanderungen/Schneeschuh-Wanderungen

- Langlauf 

- Ski fahren/Snowboarden

- Baden/Schwimmen (Hallenbad, Sportzentrum)

 


Ortsplan

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Lage

Frutigen liegt im Kandertal im Berner Oberland. Der Aussichtsberg Niesen liegt in etwa 5 km (Luftlinie) entfernt, Aeschi bei Spiez knapp 10 km, der Blausee rund 5 km und Kandersteg (Aufstiegsort zum Oeschinensee) rund 10 km. Thun liegt 20 km, Bern etwas mehr als 40 km entfernt.

 

Einwohner

Der Ort zählt rund 7'000 Einwohner.

 


Wetter

Aktuelles Wetter

Wetterprognose für die nächsten 3 Tage


Ausflugsziele in der Region

Ausflugsziele Frutigen: Blick durch den Nadelwald auf den Blausee.
Blausee
Ausflugsziele Frutigen: Blick auf den Oeschinensee, oberhalb von Kandersteg im Kandertal.
Oeschinensee
Ausflugsziele Frutigen: Dorfkirche von Aeschi bei Spiez.
Aeschi bei Spiez
Ausflugsziele Frutigen: Niesen mit Wolken um den Gipfel.
Niesen

Ausflugsziele Frutigen: Holzsteg in den Thunersee
Thunersee
Ausflugsziele Frutigen: Holzspeicher im Freilichtmuseum Ballenberg.
Freilichtmuseum Ballenberg
Ausflugsziele Frutigen: Halbinsel in Iseltwald
Iseltwald
Ausflugsziele Frutigen: Dampfschiff-Anlegestelle im Brienzersee.
Brienzersee

Weitere Sehenswürdigkeiten und Reisetipps

Sehenswürdigkeiten Schweiz: Fassade des Bundeshauses in Bern mit Kantonswappen.
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Portraitfoto Stefan Schär, Autor des Reisblogs «mitREISEnd.ch»
Stefan Schär
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