Die Färöer Inseln sind viel Natur, wenig Menschen, viele Schafe, unbändiges Wetter und gewöhnungsbedürftiges Essen. Einfach herrlich! Dazu kommt der Charme der Leute, ihre Höflichkeit, ihre Traditionen und natürlich ihre Sprache und ihre Liebe zum Fußball. Wer zu den Inseln, mitten im Atlantik, hinreisen will, braucht unbedingt zwei Sachen: Mut und Zeit - vielleicht auch das Verständnis für das Wort 'Vielleicht'. Bei meinem ersten Flug von Kopenhagen aus, musste ich mehr als 12 Stunden warten, dann hiess es: Der Flug geht nach Bergen und von da aus am frühen Vormittag - falls sich das Wetter bessert - vielleicht auf die Inseln. Gelandet sind wir dann trotzdem direkt auf den Inseln, ohne Zwischenhalt. Zeit braucht aber auch die Fähre, etwas mehr als 36 Stunden. Und wer bei dem Wetter auf einer kurzen Landebahn mitten im Atlantik landen will, braucht eines: jede Menge Mut. Aber auch die Fährenreisenden brauchen ihn, den Mut: Auf der Fähre werden wohl alle seekrank. Wer die Inseln aber erreicht hat, der weiß: Es hat sich gelohnt!

Die Landschaft ist geprägt von grünen Tälern, schroffen Bergen und einer zerklüfteten Küste, an der der Nordatlantik mit voller Kraft auf die Felsen trifft. Zahlreiche Wanderwege führen durch diese eindrucksvolle Natur und eröffnen spektakuläre Ausblicke auf Fjorde, Klippen und benachbarte Inseln. Die Verbundenheit mit dem Meer ist allgegenwärtig. Kein Punkt ist weiter als fünf Kilometer vom Ufer entfernt. Die Kraft der Elemente lässt sich auf den Färöer Inseln intensiv erleben. Die Nähe zur Natur ist intensiv und authentisch.
Was dir rasch auffallen wird, ist der Alltag der Färöer, der sich stark an Traditionen ausrichtet. An manchen Orten scheint die Zeit seit Jahrhunderten still zu stehen. Ausdruck dafür ist die färöische Sprache, die seit dem frühen Mittelalter weitgehend unverändert geblieben ist.
Sehenswürdigkeiten Färöer Inseln: Papageientaucher - Färöer Schaf - Traditionelle Heuernte - Der Fähr- und Fangschiffhafen in Tórshavn.

Streymoy ist die größte und bevölkerungsreichste Insel der Färöer und bildet das kulturelle Herz. Die Insel ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt und ein idealer Ausgangspunkt, um die Inseln zu entdecken. Im Süden der Insel liegt Tórshavn, die Hauptstadt der Färöer und eine der kleinsten Hauptstädte Europas. Die Stadt verbindet nordische Tradition mit modernem Leben. Besonders sehenswert ist der historische Stadtteil Tinganes mit seinen roten Holzhäusern und grasbewachsenen Dächern, in dem sich bis heute Teile der Regierung befinden.
Ein besonderes Naturhighlight ist der Fossá-Wasserfall im Norden der Insel. Nach starken Regenfällen zeigt sich der Wasserfall besonders spektakulär und gehört zu den beliebtesten Fotomotiven auf Streymoy.
Historisch bedeutend ist auch das kleine Dorf Kirkjubøur im Süden der Insel. Es gilt als eines der wichtigsten historischen Zentren der Färöer. Hier befinden sich die Ruinen der Magnus-Kathedrale aus dem 13. Jahrhundert sowie das traditionsreiche Bauernhaus Kirkjubøargarður, eines der ältesten noch bewohnten Holzhäuser der Welt.
Entlang des langen Fjords Kollafjørður liegen mehrere Ortschaften, darunter das Dorf Kollafjørður selbst. Die Umgebung ist bekannt für ihre ruhige Landschaft, weite Ausblicke und traditionelle färöische Häuser mit grasbedeckten Dächern. Ebenfalls auf Streymoy liegt Hoyvík, ein wachsender Vorort nördlich von Tórshavn, der moderne Wohngebiete mit schöner Aussicht auf das Meer verbindet.

Eysturoy ist die zweitgrößte Insel der Färöer und beeindruckt mit einer besonders abwechslungsreichen Landschaft. Hohe Berge, tiefe Fjorde und kleine Dörfer prägen das Bild dieser eindrucksvollen Insel. Hier befindet sich auch der höchste Berg der Färöer, der Slættaratindur, von dessen Gipfel sich bei klarem Wetter ein weiter Blick über große Teile des Archipels eröffnet.
An der Nordwestküste liegt das Dorf Eiði, das vor allem für den Blick auf die markanten Felsformationen Risin und Kellingin bekannt ist, die wie versteinerte Gestalten aus dem Meer ragen. Die Küstenlandschaft rund um das Dorf ist rau, windgeprägt und besonders fotogen.
Ein weiteres traditionsreiches Dorf ist Funningur an der Ostküste. Es gilt als einer der ältesten Siedlungsorte der Färöer. Die kleine schwarze Holzkirche mit weißem Dach steht malerisch oberhalb des Fjords und zählt zu den schönsten Kirchen des Landes.
Ganz im Norden von Eysturoy liegt Gjógv, ein charmantes Dorf, das nach einer natürlichen Felsschlucht benannt ist, die als kleiner Naturhafen dient. Die dramatische Umgebung mit steilen Klippen und grünen Hängen macht Gjógv zu einem beliebten Ziel für Wanderer und Fotografen.
Für viele Reisende ist die Insel Vágar der erste Kontakt mit den Färöer Inseln, diesem atemberaubenden Archipel im Nordatlantik. Besonders berühmt auf Vágar ist der Sørvågsvatn, der größte See der Färöer Inseln. Von einigen Aussichtspunkten aus gesehen, wirkt er wie ein schwebender See über dem Meer - eine optische Täuschung, die zu den bekanntesten Fotomotiven des Landes zählt.
Wanderwege führen entlang der Küste zu spektakulären Aussichtspunkten und zum beeindruckenden Wasserfall Múlafossur im kleinen Dorf Gásadalur. Der Wasserfall fällt direkt in den Atlantik. Die kleinen Ortschaften sind oft unverändert noch mit den traditionellen, grasbedeckten Häusern zusammen gehalten. Sie vermitteln einen authentischen Eindruck vom Leben auf den Inseln.
Auf Vágar befindet sich der einzige internationale Flughafen der Färöer Inseln. Mehr zur Anreise mit dem Flugzeug findest Du auf Die Färöer - gut zu wissen.
Mykines ist die Vogelinsel der Färöer. Sie ist lediglich rund zehn Quadratkilometer groß und kaum bewohnt. Knúkur ist der höchste Berg auf der Insel. Er ist 560 Meter hoch, zu Fuß gut zu erreichen, einfach der Dorfstraße folgen, links vom Bach entlang, und schließlich den Strom- und Telekommunikationsmasten entlang. Um auf der Insel zu wandern, musst Du eine sogenannte Wandergebühr bezahlen. Die Gebühr beträgt sie 400 DKK, wenn du sie online (Webseite, siehe unten) bezahlst. Du kannst sie auch im Dorf bezahlen, dann kostet sie allerdings 500 DKK. Preisanpassungen vorbehalten.
Im kleinen Dorf stehen noch rund vierzig Häuser. Früher lebten bis zu 200 Personen auf der Insel, heute ist sie nahezu unbewohnt. Das die Häuser trotzdem noch stehen hat mit dem begehrten Vogelfangrecht zu tun. Wer sein Haus verkauft, verliert automatisch das Fangrecht.
Die Insel ist bekannt für die abertausenden Vögel, die hier nesten. Im Sommer nisten Papageitaucher, Basstölpel und Trottellummen zwischen den Felsen. Eissturmvögel, Dreizehenmöwen, Sturmschwalben und Große Raubmöwen sind hier ebenso zu Hause wie Tordalken und Stare. Funfact: Obwohl Mykines heute - und wohl auch schon damals - in erster Linie eine Vogelinsel ist, bedeutet «Mykines» Schweineinsel. Der Name stammt noch aus der keltischen Sprache und wurde ihr durch ihre ersten Bewohner gegeben, irische Mönche. Sie bauten bereits 650 n. Chr. Hafer auf Mykines auf, viel früher bevor die Wikinger sich auf den Inseln niederließen.
Überfahrt
Von Mai bis August kann Mykines mit einer Fähre ab Sørvågur (Insel Vågar) erreicht werden. Tickets sind vorgängig auf mykines.fo gebucht werden. Aber Achtung: Je nach Wetter kann die Fähre nicht fahren, weder hin noch zurück. Also immer genügend Kleider, Proviant und insbesondere Zeit mitnehmen. Alternativ kann auch ein Helikopterflug gebucht werden. Die Plätze sind jedoch stark limitiert. Einheimische haben verständlicherweise natürlich Vorrang.
Das Video habe ich an einem für die Färöer Inseln typischen Tag aufgenommen.
Es zeigt die Naturgewalten, denen die Inseln alltäglich ausgesetzt sind, und das Wetterspiel, das von Schönwetter zu Starkregen, Sturm und dichtem Nebel innert Minuten abzuwechseln weiß.
Wer auf die Insel kommt, lernt schnell: Man fragt nicht, wie das Wetter sein wird. Man packt einfach alles ein und mehrfach wieder aus. Wer wandern geht, tut gut daran zu wissen, dass das Wetter auch leichte Wanderungen rasch gefährlich werden lässt. Regen lässt Hänge glitschig werden und plötzlich aufkommender Nebel verdeckt auch die tiefsten Abhänge.
Eine nützliche Übersicht für deine Reise auf die Färöer findest Du auf meiner Seite Die Färöer - Gut zu wissen. Viel Spass!
Die Inselgruppe der Färöer Inseln liegt zwischen Schottland und Island inmitten des Atlantiks. Schottland ist rund 300 km, Island rund 450 km, die norwegische Küste etwas mehr als 600 km entfernt. Kopenhagen, der Sitz des dänischen Königreichs, liegt rund 1'350 km entfernt.
Färöer Inseln rund 54'000 Bewohner, davon leben rund 17'500 in der Hauptstadt Tórshavn.