Der kleine Fischerort Funningur verkörpert das harte Leben der Fischer auf den Färöer Inseln beispielhaft. Zwischen den Hängen der um den Ort liegenden Berge wurden die Häuser unten an der Küste um den kleinen Bergbach Stórá gebaut. Die bunten Häuser verströmen eine fesselnde Idylle. Der Legende nach ist Funningur einer der ältesten Orte der Färöer. Er wurde bereits 825 durch Grimur Kamban besiedelt.
Sehenswürdigkeiten Funningur: Die eng aneinander gebauten, bunten Häuser von Funningur - Traditionelle Holzkirche - Aquakulturen einer Lachszucht
Funningur wurde der Legende nach durch Grimur Kamban im Jahr 825 besiedelt. Kamban gilt als erster nordischen Siedler auf den Inseln. Von Kamban ist nur sehr wenig bekannt. Nicht einmal seine Herkunft ist klar. Als sicher gilt, dass er ein Wikinger war. Aufgrund des großen Siedlungsraums der Wikinger zu jener Zeit gehen Forscher vom Klang seines Namens davon aus, dass er aus Irland, den schottischen Hebriden oder der Isle of Man kam.
Die bunten Häuser Funningurs sind eng aneinander gebaut. Auffallend sind die überraschend großen Laubbäume, die gut geschützt zwischen den Häusern stehen. Aufgrund der klimatischen Bedingungen ist es nur an wenigen Orten auf den Inseln möglich, Bäume aufzuziehen. Etwas exponiert liegt am Ufer unten die Funnings Kirkja, am Niðri i Hólma, dem Ort «unten auf der Insel». Sie ist eine der noch zehn bestehenden alten Holzkirchen auf den Inseln. Sie wurde als letzte der Kirchen 1847 eingeweiht. Vor ihr standen bereits vier andere Kirche, die erste vor 1690.
Der einzige Arbeitgeber in Funningur ist ein Lachszuchtbetrieb. Der Färöer Lachs gilt weltweit als qualitativ sehr hochwertig. Er ist bekannt für sein festes, gleichmässig gemasertes Fleisch. Grund für die hohe Qualität sind das kalte, klare und saubere Wasser mitten im Atlantik.
Sehenswürdigkeiten Funningur: Abbisskraut (Succisa pratensis Moench) - Austernfischer, das Nationaltier - traditionelle Heuernte.
Die Färöer sind von Traditionen und ihrer Nähe zur Natur geprägt. Die Abgeschiedenheit mitten im Atlantik liess die Sprache ihre Nähe zum ursprünglichen Altnorwegischen bewahren, trotz der jahrhundertelangen Zugehörigkeit zu Dänemark. Während dieser Zeit galt Dänisch als Amtssprache. Als Symbol für das Streben nach Unabhängigkeit von Dänemark kommt dem Austernfischer noch heute eine große Rolle zu. In seinem Lied «Fuglavæði» besang Nólsoyar Páll, einem Nationalheld der Färöer, die Tugenden des Austernfischers, die Umwelt von Gefahren zu warnen. Seine alljährliche Rückkehr wurde zudem als Sinnbild von Páll genutzt, um auf eine bevorstehende, neue Unabhängigkeit der Färöer hinzuweisen.
Funningur liegt an einem der schönsten Fjorde der Färöer dem Funningsfjørður-Fjord. Der Fjord dringt rund 10 Kilometer in die Insel Eysturoy ein. Funningur liegt am nordlichen Ufer, an dem sich der Fjord nach rechts abknickt und sich zunehmen verengt. Sanft führt eine Landstraße dem Ufer des Fjords entlang bis zum gleichnamigen Dorf Funningsfjørður. Der Ort wurde anfangs des 19. Jahrhundert von Walfänger gegründet. Während dem ersten Weltkrieg wurde die Walfängerei jedoch aufgegeben.
Funningsfjørður wurde bereits vor über 1000 Jahren besiedelt. Die Grundlagen sind für eine Besiedlung nahezu ideal: Die Bucht ist nach allen Seiten hin geschützt, der Wasserlauf Gjógvará deckt die Trinkwasserversorgung ab und die Lage bietet genügend flaches Land zum Bau der Hütten und für den Ackerbau.
Funningur liegt im nördlichsten Teil an der Ostküste von Eysturoy, der zweitgrößten Insel der Färöer, am Funningsfjørður-Fjord.
Im kleinen Fischerort leben rund 50 Personen.