
Gap war bereits während der Römerzeit ein Standort eines Truppenlagers und ab dem 5. Jahrhundert ein Bischofssitz. Napoleon reiste während seiner Rückkehr von Elba nach Paris durch die Stadt. Heute ist sie die Hauptstadt der französischen Alpen, wie die Stadt von sich sagt. Als ich wieder einmal in die Provence fuhr, wollte ich die Stadt kennenlernen. Gerne lade ich dich ein, dir einen Eindruck zu machen.

Eindrücklich wird Gap, die Hauptstadt des Départements Hautes-Alpes, von verschneiten Alpengipfel umschlossen. Die Stadt liegt auf einer der Verbindungsstraßen in die Provence. Wenn Du die Natur und die Berge liebst, so bist Du in Gap und seiner Umgebung jedoch bereits an deinem Ziel.
Stolz steht die Kathedrale Notre-Dame-et-Saint-Arnoux eingangs der Altstadt. Hoch erhebt sich der Turm weit über die Häuser der Stadt. Eine erste Kathedrale wurde an dieser Stelle bereits im 5. Jahrhundert auf den Ruinen eines römischen Apollontempels gebaut. Nach und nach folgten während den folgenden Jahrhunderten größere Gebäude. Die heutige Kathedrale wurde erst zwischen 1867 und 1905 durch den Architekten Charles Laisné fertig gestellt.
Die Kathedrale zeigt romanische und gotische Stilelemente. Einen byzantinischen Einfluss zeigt die Polychemie der verwendeten Steine, die aus 41 verschiedenen Steinbrüchen stammen. Der Glockenturm ist 64 Meter hoch. Vier Glocken schlagen und rufen die Gläubigen zu den Gottesdiensten.
Sehenswürdigkeiten Gap: Der Innenbereich der Kathedrale Notre-Dame-et-Saint-Arnoux.
Nur an einigen, wenigen Stellen ist die Kathedrale mit künstlichem Licht beleuchtet. Bei Sonnenuntergang hüllt sich der Innenbereich rasch in Dunkelheit. Durch die Beleuchtung der wenigen Artefakte heben sie sich aus dem Umfeld hervor und zeigen die Wichtigkeit für den Betrachter.
Funfact: Die Kirche ist dem Heiligen Arnoux von Gap geweiht. Er war Bischof der Diözese Gap und starb 1079. Er wird heute als Stadtpatron von Gap verehrt. Am 19. September feiert die Stadt den Gedenktag des Heiligen Arnoux. In der Kathedrale befinden sich verschiedene Darstellungen des Bischofs aus dem 18. und 19. Jahrhundert.
Das imposante, aber schlichte Gebäude der ehemaligen Kaserne Desmichels am Eingang der Altstadt von Gap wurde im 18. Jahrhundert gebaut. Der Grundstein wurde am 3. Juli 1754 gelegt. Das Gebäude wurde als Kaserne, also zur Unterbringung der Soldaten, genutzt. Die Architektur des Gebäudes ist typisch für den damaligen Baustil. Die Gebäude wurden symmetrisch gebaut, was durch die grauen Steinplatten unterstrichen wird, welche die einzelnen Etagen von einander abtrennen. Die Kaserne wurde nach Louis Alexis Desmichels (1779 - 1845) benannt, einem französischen General, der sich vom einfachen Soldaten bis zum General hochdiente. Er nahm am Ägyptenfeldzug teil und zeichnete sich unter anderem in den Schlachten von Marengo und Ulm aus.
Sehenswürdigkeiten Gap: Der Place aux Herbes - Bar in der Rue du Mazel - Häuserfront Rue du Colonel Roux.
Die schmucke Altstadt ist geprägt von ihrem französischen Charme, den pastelfarbenen Häusern und den engen Gassen. Bars, Restaurants und kleine Shops reihen sich aneinander und bieten eine breite Auswahl unterschiedlicher Angebote an. Die Altstadt ist gut überschaubar. Sie ist lediglch etwas über einen halben Kilometer lang.
Sehenswürdigkeiten Gap: Eindrücke in der Altstadt von Gap - Église Saint-André-les-Cordeliers.
Die Kirche Saint-André-les-Cordeliers befindet sich bei der Kaserne Desmichels, etwas außerhalb der Altstadt. 1230 wurde ein Kloster an der Stelle der heutigen Kirche gegründet. Während den Hugenottenkriege wurde das Kloster in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts zerstört. Erst 1725 wurde wieder eine Kirche an dieser Stelle gebaut. 1994 wurde die Kirche nach einem Brand restauriert.
Sehenswürdigkeiten Gap: «Au delà du mur» von Bruno Lucchi - «La Liseuse» von Cyril de la Paiellière - «Complicité» von Milthon.
Gap engagiert sich seit Jahren zeitgenössische, bildende Kunst zu fördern. Die Stadt unterstützt Kunstprojekte und stellt diese im öffentlichen Raum aus. Alljährlich - während der sommerlichen Hauptsaison - feiert die Stadt den Parcours artistique. Es werden zu den Festinstallationen zusätzliche Werke neuer Künstler ausgestellt.
Für einen Eindruck der festinstallierten Werke habe ich mich für die drei folgenden Werke entschieden:
«Au delà du mur» von Bruno Lucchi
Bruno Lucchi wurde 1951 im Südtirol geboren. Er gilt als zurückhaltender, aber zielstrebiger Künstler. Das Werk wurde 2013 durch die Stadt erworben. Das Werk zeigt eine junge Frau, die auf einer
Mauer sitzt und nach vorne schaut.
«La Liseuse» von Cyril de La Paiellière
Die Bronzestatue einer lesenden Frau wurde am 4. April 2009 eingeweiht. Cyril de la Paiellière (geb. 1950) wurde in Saint-Nazaire geboren. Er studierte an der Nationalen Hochschule für dekorative
Künste in Nizza. Viele seine Skulpturen sind an der Côte d'Azur unter anderem in Nizza, Grasse und Monaco aufgestellt.
«Complicité» von Milthon
Das Werk besteht aus fünf weiblichen Skulpturen aus Harz und Fiberglas. Das Werk wurde 2001 im Auftrag der Stadt geschaffen. Der Bildhauer Milthon wurde 1963 in Kolumbien geboren. Ursprünglich
bestand das Werk aus vier Figuren. 2025 wurde das Werk renoviert und mit einer fünften Skulptur ergänzt.
In der Rue Jean Eymar finden sich einige wenige Street Arts. Weitere Werke aus ganz Europa findest Du in meinem Special «Street Art».
Gap liegt in den französischen Alpen am Fluss Luye. Lyon liegt rund 160 km entfernt, Nizza rund 130 km und Nîmes knapp 160 km. Die Entfernung bis Paris beträgt rund 560 km. Alle Angaben in Luftlinie.
Die Stadt zählt etwas mehr als 40'000 Einwohner.
Ein großes Parking befindet sich bei der Kaserne Desmichels.