
Eiði liegt am nördlichen Punkt der Meeresenge Sundini, die die beiden größten Färöer Inseln, Streymoy und Eysturoy, von einander trennt. Die Meeresenge ist für ihre Gezeitenströmung bekannt, die nicht nur außerordentlich stark ist, sondern zusätzlich regelmäßig ihre Richtung wechselt. Die spektakuläre Lage von Eiði hat schon die Fantasie der frühen Siedler angeregt. Entstanden ist die faszinierende Legende von Risin og Kellingin, dem Riesen und seiner Hexe. Wenn Du wandern liebst, dann wirst Du die unmittelbare Nähe zum Slættaratindur, dem höchsten Berg der Färöer, zu schätzen wissen.
Ich war überrascht über die Größe von Eiði. Allein der Friedhofplatz war größer als ich ihn von den anderen Orten her kannte. Besonders überrascht war ich von einem kleinen Hund, der mir von einer Treppe eines Hauses aus herüberschaute. Hunde sind auf den Inseln nur erlaubt, wenn sie für die Schafshaltung dienen, was ich bei der Rasse des Hundes ausschloss.
Sehenswürdigkeiten Eiði: Holzgatter einer Schafsweide - Blick auf den Atlantik vom Dorfrand aus - Heuernte nach alter Tradition.
Auch in Eiði werden Traditionen gepflegt: Es werden Schafe gehalten und das Gras der umliegenden Felder wird nach alter Art und Weise zu Heu verarbeitet. Das Gras wird zum Trocknen auf Drähte aufgelegt, die zwischen Holzpfosten gespannt wurden.

Was tun, wenn der ortsansässige Fußballverein einen Platz benötigt, der einzig ebene Platz aber zwischen einem See und dem Atlantik liegt? Für die allwettergewohnten Fußballer von Eiði war die Antwort klar: Man baut ihn.
Und so wurden die Spiele von EB/Streymur von 1996 bis 2014 keine zehn Meter vom Niðara Vatn-See und dem Atlantik durchgeführt, auf einem der zehn spektakulärsten Fußballplätzen weltweit.
2015 wurde schließlich doch ein neuer Platz bezogen. Auf einem freien Feld am Rand der Gemeinde, besser windgeschützt und vor allem genügend vom Wasser entfernt, wurde das abschüssige Gelände geebnet und der neue Platz bezogen. Ob es der eisige Wind oder die vielen Bälle, die unwiederbringbar im Atlantik landeten, der Grund für den Umzug war, weiß ich nicht.
Tipp: Der frühere Fußballplatz wurde zu einem Stellplatz für Wohnmobile umgenutzt. Eine atemberaubende Aussicht ist garantiert. Adresse: Malavegur, Eiði.

Die zwei Felsen in der Nähe von Eiði trotzen der stürmischen Brandung. Alleine diesem Naturspektakel zuzusehen ist ein Abstecher nach Eiði wert. Die Legende um Risin og Kellingin, dem Riesen und seiner Hexe, macht die Reise nochmals spannender.
Die Färöer erzählen sich aus alten Tagen, dass die Riesen, die auf Island lebten, die Inseln zu sich nach Island holen wollten. Sie seien angetan gewesen von der Schönheit der Inseln und dem Liebreiz ihrer Bewohner.
Die Riesen hätten lange beraten, wie sie es anstellen sollten, die Inseln unbemerkt zu sich zu holen. Zwei der Riesen hätten sich entschlossen es nachts zu versuchen. Bei Eiðin, nur wenige hundert Meter vom Dorf entfernt, hätten sie ein Seil auf die Klippe geworfen und Kellingin, die Hexe, habe das Seil am Meeresboden festgezurrt.
Als die beiden versuchten, das Seil zu sich zu ziehen, sei die Klippe mit einem ohrenbetörenden Knall auseinander gebrochen und es sei ein tiefer Spalt entstanden. Sie hätten aber nicht aufgegeben und es immer und immer wieder versucht, die Inseln zu sich her zu ziehen. Vergeblich. Als die Sonne aufging habe eine panische Angst die beiden ergriffen, entdeckt zu werden. Vor Schreck seien die beiden versteinert vor der Klippe stehen geblieben.
Ob die Legende wahr ist oder nicht - das überlasse ich dir zu entscheiden. Nur eines solltest Du bedenken: Der tiefe Spalt im Felsen ist heute noch sichtbar.
Sehenswürdigkeiten Eiði: Beginn der Meeresenge Sundini an der Nordküste der beiden Inseln Streymoy und Esturoy - Slættaratindur, der höchste Färöer Berg.
Rund um Eiði liegt die atemberaubende Verbindung zwischen der Stabilität massiver Berge und der wilden Kraft des Atlantiks. Nebelschwaden ziehen über das Land und das Meer, Sturmböen überziehen die Küsten und wo vor ein paar Minuten noch die Elemente ihre Kräfte walten liessen scheint bereits die Sonne, als ob nichts gewesen wäre. Wie überall auf den Inseln begeisterte mich die Landschaft auch in Eiði oder hier besonders, weil mit dem Slættaratindur, der höchste Berg der Färöer Inseln, das ganze nochmals verstärkte.
Eiði liegt am nördlichen Ende der Westküste von Eysturoy, der zweitgrößten Insel der Färöer. Der Hafen liegt an der Meeresenge Sundini, die die beiden Inseln Eysturoy und Streymoy von einander trennt.
Der Ort zählt etwas über 600 Einwohner.