Das malerische Fischerdorf Cadgwith ist ein wirklicher Hingucker. Der kleine Fischerhafen, an dem in einem kleinen Shop der frisch gefangene Fisch und Meeresfrüchte verkauft werden, ist noch so, wie er vor hundert Jahren betrieben wurde. In den umliegenden Restaurants werden die Fische nach alten Rezepten zusammen mit typisch britischen Speisen angeboten. Die alten Steinhäuser mit den Reetdächern vermitteln ein unverfälschtes Gefühl wie das Leben an der Küste sich früher abspielte.
Das kleine Fischerdorf wurde bereits im Mittelalter begründet. Zu beginn bestand es lediglich aus einer Ansammlung von Fischkeller. Im 16. Jahrhundert wurde das Dorf schließlich besiedelt. Die Haupteinnahmequelle war ab diesem Zeitpunkt die Fischerei.
Das Dörfchen wurde in einer Senke an der Küste angelegt. Die charakteristischen Steinhäuser mit ihren malerischen Reetdächern schmiegen sich an den steilen Hang an. Schmale Straßen führen durch das Dorf. Sie führen in engen Kurven den Hang hinauf. Eine kunstvoll aus Reet gearbeitete Katze wurde auf einem der Dächer installiert.
Um den Hafen finden sich Restaurants mit ansprechenden Menüs. Frisch gefangener Fisch und Meeresfrüchte stehen zur Auswahl, aber auch typisch britische Mahlzeiten. Auf Wunsch werden lokale Biersorten, französischer Wein und Softdrinks serviert. Wer hier einkehrt, vergisst sehr rasch die Zeit und genießt es, angekommen zu sein.
Durch die Senke ist das Dorf von den starken Winde aus Südwest- und Westen gut geschützt. Es sind die vorherrschenden Winde. Kommt die raue See jedoch von Ost- oder Südost her, können die stürmischen Wellen den Hafen überfluten und die niedrig gelegenen Häuser erreichen.
Die schlichte St Mary's Church wurde im 19. Jahrhundert am Fußweg vom Parkplatz zum Dorfplatz errichtet. Es sind nur wenige Bänke in der Kirche und selbst der Altar ist äußerst schlicht gehalten. Ein kleines Kirchenmodell aus Pappe steht auf einer Lade eines Büchergestells, zusammen mit Spielsachen.
Funfact: Die Kirche gilt als eine der wenigen erhaltenen Zinn-Tabernakelkirchen. Die Blechkirchen wurden aus verzinktem Wellblech vorgefertigt. Die Fertigungsform wurde Mitte des 19. Jahrhunderts in Großbritannien entwickelt. Die Kirche wurde 2024 als denkmalgeschütztes Gebäude eingestuft.
Die Fischerei war während Jahrhunderten die Haupteinnahmequelle von Cadgwith. Noch heute verlassen die Fischer frühmorgens den Hafen und kehren erst viel später wieder zurück. Der Verkauf des Fangs erfolgt über den kleinen Laden beim Hafen, den lokalen Restaurants rund um den Hafen und dem regionalen Handel.
Bis in die 1950er Jahre wurde von Cadgwith aus mit großen Schleppnetzen nach Sardinen gefischt. Diese Zeiten sind längst vorbei. Klimawandel und Überfischung führten dazu, dass die Sardinenfischerei eingestellt wurde. Heute konzentriert sich der Fang auf Krabben, Hummer, Seeteufel und Oktobusse sowie auf Haie.
Die Cadgwith Bay ist in die felsige Steilküste eingebettet und bietet damit den Schiffen den notwendigen Schutz vor der stürmischen See.
Der Todden ist eine felsige Landzunge, die die Cadgwith Bay in zwei Buchten teilt. Die eine Bucht wird als natürlicher Hafen genutzt, die andere Seite zum Baden. Der Todden
kann auf einem schmalen Fußweg begangen werden.
Tipp: Die Felsküste zur linken Seite (in Richtung Meer gesehen) heißt The Island. Er kann durch eine schmale Straße erreicht werden. Von dort aus zeigt sich ein wunderbarer Blick auf das Fischerdorf und die felsige Küste.
Tipp: Die andere Felsküste wird The Mare genannt. Auf ihm befindet sich Devil's Frying Pan. Die «Teufelspfanne» entstand durch den Einsturz einer Meereshöhle. Entstanden ist eine spektakuläre Bodenöffnung, die einen atemberaubenden Blick auf einen Felsbogen frei gibt. Funfact: Die Namensgebung ist typisch für Cornwall: Bei rauer See und schlechtem Wetter scheint das Meerwasser in der Höhle zu kochen und der Felsbrocken mitten im Wasser gleicht in diesen Momenten einem Ei in einer erhitzten Bratpfanne.
Ein mit Bäumen umsäumter Parkplatz liegt etwas außerhalb der kleinen Ortschaft Cadgwith. Er ist auch mit einem Wohnmobil gut zu erreichen. Ein schmaler Fußweg führt durch einen kleinen Wald, an den ersten Sehenswürdigkeiten vorbei bis hin zum Hafen. Der Fußweg dauert rund fünf Minuten.
Das malerische Fischerdorf Cadgwith liegt an der Küste des Ärmelkanals, in der Grafschaft Cornwall. Lizard Point, der südlichste Punkt der britischen Insel, liegt lediglich knapp 5 Kilometer entfernt. Die Distanz bis Truro beträgt etwas mehr als 30 Kilometer.
London ist knapp 400 Kilometer, der Flughafen von Bristol 240 Kilometer und Dover rund 480 Kilometer entfernt. Alle Angaben in Luftlinie.
Der kleine Küstenort zählt weniger als 100 Einwohner.